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Trauer beim Hund

Tschüss Lottchen – und wie Gianni mit Lottes Tod umgegangen ist

 

Ich weiß, dass es ein schweres Thema ist. Und mir fällt es auch jetzt nicht leicht, darüber zu schreiben. Aber da viele von euch auch zwei Hunde haben, denke ich, es ist ein wichtiges Thema.

 

Im April 2014, mussten wir unsere Lotte (Giannis Mama) leider nach einem Jahr ständigem auf und ab, für immer gehen lassen. Wir hatten schon einige Monate vorher besprochen, wie es ablaufen soll. Die Tierärztin kam zu uns nach Hause, damit Lotte möglichst entspannt einschlafen kann. Wir hatten Glück mit dem Wetter. Ich saß schon mit Lottchen im Garten unter ihrem lieblings Birnenbaum, als die Tierärztin kam. Lotte lag auf ihrer Decke.

Ich habe sie die ganze Zeit mit Leckerchen gefüttert. Wir haben immer gescherzt, Lotte würde bis zum letzten Atemzug fressen, aber dass es wirklich so kommen würde, hätten wir nicht gedacht. Sie hat wirklich bis zur letzten Sekunde gefressen und hatte sogar noch einen dicken Keks in der Backe als sie eingeschlafen war.

 

Nachdem Lotte für immer eingeschlafen, und die Tierärztin gegangen war holten wir Gianni. Er sollte Lotte sehen und sich verabschieden können.

Er hat an ihr geschnuppert und ging dann weiter seine Wege.

Prima, dachten wir. Das hat er aber locker genommen.

Auch als wir Lotte begraben haben, war Gianni dabei. Wir haben ihm nichts angemerkt. Im Gegenteil. Gianni lief wie immer im Garten rum.

 

In den folgenden Tagen wurde Gianni immer lebhafter. Er begrüßte Besuch noch stürmischer als sonst, er spielte viel und rannte im Garten rum. Wir dachten er wäre aus irgendeinem Grund „erleichtert“.

Doch sein Verhalten wurde immer schlimmer. Im Garten rannte er zum Teich und soff literweise Wasser, so dass wir ihn unterbrechen mussten, oder er fraß so viel Gras bis er erbrach.

Im Haus lief er nur noch umher und schlief nur nachts.

 

Da wir für die Hunde außer im Schlafzimmer überall gemeinsame Körbe und Liegeplätze hatten, entfernte ich schweren Herzens alles, was auch nur annähernd an Lotte erinnerte.

Wir fuhren zu Fressnapf um Gianni ein neues Körbchen zu kaufen. Er sollte sich eins aussuchen. Gianni stand vor der Auswahl an Liegeplätzen, seufzte und guckte „bedöppelt“.

Es waren alles ähnliche Körbchen wie wir bereits hatten.

Ich stand daneben und hatte Tränen in den Augen. Er wollte keines der Körbchen. Scheinbar erinnerten sie ihn an Lotte.

Also suchte ich etwas, was wir vorher nicht hatten. Ein Weidenkorb mit Kissen. Gianni legte sich sofort rein. Zuhause angekommen stellten wir ihm den Korb hin. Er ging rein und schlief endlich.

 

Gianni kam zwar nun endlich wieder zur Ruhe, aber draußen war er nach wie vor rastlos. Auch sonst war er nicht der alte. Wir konnten ihn nicht mehr alleine lassen. Und er hatte abgenommen.

 

Als unsere Katze Saphira dann auch noch vier Wochen nach Lotte vor unseren Augen starb, wurde es noch schlimmer.

 

Da wir im Oktober unser erstes Kind erwarteten waren wir hin und her gerissen… Sollten wir uns wieder einen Hund holen oder nicht? Uns war klar, dass wir mit Baby vermutlich weniger Zeit hätten und er öfter mal alleine bleiben müsste. Vielleicht würde ihm ein neuer Hund helfen.

Also fingen wir an zu suchen. Uns war klar, dass es nicht einfach würde, da wir einige Anforderungen hatten: Hündin, max. 43 cm, ca. 4 bis 6 Jahre, verträglich mit Katzen, Kindern, und Artgenossen, eher ruhig… 

Wir suchten sämtliche Tierheime und Tierschutzvereine in ganz Deutschland ab. Erfolglos.

Also suchten wir bei Züchtern nach erwachsenen Tieren….

Und fanden Tiffy, eine rauhaarige Klein-Elo Hündin. Ein Jahr jünger als Gianni.

 

Gemeinsam mit einer Freundin fuhren wir bei über 30 Grad an Pfingsten nach Dedelstorf um uns das Tier an zu schauen.

Gianni und Tiffy waren sich auf Anhieb sympathisch. Die kleine Hündin war zwar etwas ängstlich, arrangierte sich aber schnell mit „unheimlichen“ Reizen. Der Züchter versicherte uns, dass wir Tiffy zurück bringen könnten, sollte sie sich nicht einleben. Tiffy lebte dort nämlich mit Artgenossen in großen Ausläufen und nicht im Haus.

 

Schon zwei Tage nach Tiffys Einzug, kam der erste Test. Ich musste überraschend ins Krankenhaus zur Untersuchung. Dort waren wir einige Stunden. In meinem Kopf liefen die wildesten Horrorszenarien…

Als wir nach Hause kamen, lag Tiffy in Giannis Körbchen und er entspannt daneben. Da wussten wir, dass die Entscheidung den irren kleinen Zottel zu holen, richtig war.

Gianni wurde endlich wieder „normal“.

 

Wir vermissen unser Lottchen immer noch, und auch Gianni hatte 9 Monate später noch einen Einbruch. Ich habe ihn geschoren, und wollte ihm seinen Mantel anziehen. Als er den Mantel sah (Lotte hatte das gleiche Model) verkroch er sich zitternd in der Ecke. Auch ein Geschirr, was beide trugen und seit Lottes Tod nicht zum Einsatz kam, löste diese Reaktion aus.

Ich nahm Gianni mit den Worten "ich vermisse sie doch auch" in den Arm und wir haben erst mal zusammen getrauert. Das kam glaub ich vorher viel zu kurz.

 

Ich wusste schon immer, dass Tiere auch trauern. Aber mir war nicht bewusst, wie „menschlich“ ihre Trauer ist. Und dass manche Situationen ihn so an Lotte zu erinnern schienen, dass er so deutliche Reaktionen zeigte.

 

Auch hätte ich nicht gedacht, dass Hunde so lange trauern und nach so langer Zeit immer noch solche Assoziationen haben. Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn wir Tiffy nicht geholt hätten. Ich glaub ich will es auch gar nicht wissen. Vielleicht hätte er sich nach weiteren Wochen und Monaten erholt. Aber sicher bin ich mir nicht.

 

Es hat mir jedenfalls gezeigt, dass unser Hund wirklich noch klüger und sensibler ist als ich dachte. Ich bin froh, dass er nicht lesen kann, sonst hätte garantiert nicht nur ich beim schreiben dieses Textes geheult.

 

Ich hoffe, dass keiner von euch in so eine Situation kommt. Und wenn doch, lasst euch von niemandem einreden „es ist nur ein Hund“. Und hört auf euer Gefühl.

 

Wir vermissen unser Lottchen immer noch sehr. Und Saphira genauso. Aber vielleicht passen die beiden ja jetzt als Hunde- und Katzenschutzengel auf unseren kleinen Sohn auf.

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